We are coming Home

Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, immer wieder stellte ich mir den emotionalen Moment in meinen Gedanken vor, wenn wir unseren Familien in die Arme fallen.

Hinter den Wolken erkannte ich Frankfurt, die Skyline und den Main, die A3. Ich freute mich und alle Sorgen waren vergessen. Ich wollte nur noch raus aus dem Flieger zu meiner Familie. Der Flieger setzte am Boden an und ich erinnerte mich an den Abschied am Flughafen, genau heute 549 Tage später, nach 19 bereisten Ländern, 10 000 Erinnerungen, Abenteuer die uns keiner mehr nehmen kann und unsere Liebe, die viel stärker wurde, endete auch diese unglaubliche Reise. Genau da wo alles begann.

Wie schnell war die Zeit gerannt, die schönste Zeit in meinen Leben.

Mein Rucksack kam mir auf den Gepäckband entgegen, ich schnappte ihn mir und wartete ungeduldig auf Lars’ Rucksack. Warum dauert das denn so lang? Immer wieder ertappte ich mich, wie ich durch die Schiebetüren lunzte und probierte meine Eltern zu sehen, aber vergebens.

Da war er endlich! Lars schnallte sich seinen Backpack auf die Schultern. Hand in Hand verließen wir die Gepäckhalle.

Die Türen öffnete sich und da standen sie alle – Meine Familie.

Wie sehr ich sie vermisst habe, wie sehr ich diesen Moment in meinen Gedanken durchgegangen bin. Die Tränen kullerten mir über die Backen, auch Lars konnte seine Tränen nicht verbergen. Alle standen sie da, mit Luftballons, bunten Plakaten. Ich rannte zu ihnen, alle schreiten vor Glück, lachten und umarmten uns. Willkommen zurück in Deutschland. We missed you more then miles you travelled.

Die ersten Tage Zuhause

Lars überraschte seinen Dad am nächsten Morgen. Peter war im Garten und arbeitete an einem Gebüsch. Lars tippte ihn mit dem Finger auf die Schulter. Peter war bis dahin immer noch im Glauben das wir in Kolumbien sind und dort auch noch bleiben werden. In dem Moment als er seinen Sohn erblickte, kam ihm am ganzen Körper Gänsehaut, seine Augen füllten sich mit den Tränen und lange hielten sich die beiden in den Armen. Immer wieder kniff er ihn und haute sich gegen die Wangen, er konnte nicht glauben das sein Sohn endlich nach zwei Jahren wieder vor ihm steht.

Die ersten Tage überraschten wir unsere Freunde und genossen mit jedem unserer Lieblingsmenschen die Rückkehr.

Die erste Woche haben wir alles Mögliche gegessen was wir die ganze Zeit nicht hatten: Brot, Sauerkraut, Klöße, Fleischsalat, Schnitzel. Wahrscheinlich genau deshalb hatten wir die ersten Tage Durchfall, und quälten uns mit Bauchschmerzen. Komisch, denn auf Weltreise hatten wir nie Probleme damit.

Meine Eltern flogen direkt zwei Tage nach unserer Ankunft auf Hawaii. Sie fragten uns ob wir mitfliegen wollten, doch was mir heute unmöglich vorkommt, beantworte ich mit einer dankenden Verneinung. Wir blieben lieber hier, zu Hause in Deutschland. So stark war das Heimweh. Nach zwei Wochen in Deutschland und fünf Kilo mehr auf den Rippen entschieden wir noch einmal einen kleinen Roadtrip nach Norwegen zu unternehmen, um Freunde, die wir in Kolumbien kennen lernten, zu besuchen. Wir packten unsere sieben Sachen zusammen und ließen unser schnell zurück kommendes Fernweh freien lauf.

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