Medellin

Medellin sollte unser letzter Trip in Kolumbien werden. Eingecheckt in einem schönen Hostel, ähnlich wie in einem Kapsel Hostel, packte uns das Heimweh, das uns leider nicht mehr los lies. Lange hatten wir überlegt warum wir kein Heimweh bekamen, doch nach so einer langen Reise nach insgesamt zwei Jahren, kam es mit voller Wucht. Lars und ich wurden träge, hingen mehr im Hostel ab als draußen und dachten viel mehr an Deutschland, als je zu vor.

Wir schnappten bei einem Spaziergang frische Luft und sahen Straßenkünstlern an den roten Ampeln zu, die für ihre einminütige Show Trinkgeld verlangten, tranken einen Eis-Cappuccino im Starbucks, shoppten in einen der riesigen Malls und gönnten uns ein leckeres Candel Light Dinner in einen der angesagtesten Restaurant, aber das alles half nichts, wir wollten einfach nach Hause! Und deshalb buchten wir auch ein Flugticket nach Hause direkt für übermorgen. Ein Stein fiel uns vom Herzen und wir wussten es ist die richtige Entscheidung. Es ist Zeit nach Hause zu gehen. ❤

Anti – Paolo Esquba Tour

Am nächsten Tag starteten wir die Anti Esquba Tour. Lars ist ehrlich gesagt ein Fan der amerikanischen Netflix-Serie „ Pablo Escobar” bei der es um den größten Drogen Gangster der Gesichte geht, der so reich war, dass er sein Geld verbrannte, einfach nur weil ihm danach war.

Einst stand der Name Escobar für Drogen, Gewalt und Tod und heute lockt es Touristen aus der ganzen Welt an, sie vergessen dabei ganz das Pablo Escobar nicht Robin Hut war, sondern ein eiskalter Serienmörder, der Menschen aufs Schlimmste misshandelte, folterte und tötete. Wir haben viele Touristen gesehen, die in Escobar Sourvinershops, T-Shits, Capes und Fan Artikel kauften. Fanartikel von einem Monster. Mal anders herum gesehen, ist das wie, wenn die Touristen nach Deutschland kommen um auf die Spurensuche von Hitler zu gehen und sich dabei noch ein T-Shirt mit Hitlers Gesicht als Andenken kaufen. Was zum Himmelswillen soll das!?

Was hier in Deutschland unvorstellbar ist, ist in Kolumbien traurige Realität. Es gibt Touren, bei denen man seine Geschwister treffen kann, seinen Besten Freund (nebenbei auch ein Serienmörder) ein Bier trinken kann und über die „verrückten Zeiten” spricht. Unglaublich, aber man kann eine Tour zu Escobars Haus buchen und dabei selbst Drogenboss spielen oder mit Freunden im Haus Paintball schießen.

Lars und ich lehnten alles was in diese Richtung ging ab und verabscheuten es, wir schämten uns recht für die Touristen! Wir wollten keinen Mörder feiern oder seine Triumphe bewundern. Viel mehr wollten wir erfahren, wie es Medellin schaffte sich von der Gewalt zu befreien und von einst der gefährlichsten Stadt zu einer der modernsten und lebenswerten Großstadt in Südamerika zu werden.

Willkommen in Medellin wo Massenmörder als Helden gefeiert werden!

Sie erzählt uns von ihrer Kindheit, sie ist genauso alt wie ich, sympathisch und selbstbewusst. Wir sind im gleichem Jahr geboren, im gleichem Monat und trotzdem könnten unsere Welten nicht verschiedener sein. Sie lernte schon als kleines Kind, sich beim Spielen nicht am Fenster aufzuhalten, Behörden, die vom Kartell kaum zu unterscheiden waren nicht zu Vertrauen und in ihren Straßenvierteln zu bleiben. Tapfer erzählte sie uns das ihr Vater, auf dem Heimweg von der Arbeit, in eine falsche Straße abgebogen war, er zahlte hierfür mit seinem Leben. Danach berichtete sie uns wie nach dem Tod Pablo Escobars das Leben wieder einen Sinn machte und die einst gefährlichste Stadt zu einer Touristen-Hochburg wurde. Wir müssen diese Geschichte nach außen weiter tragen. Kolumbien ist ein tolles Land und sollte bei jedem auf der Bucketlist stehe.

Danke für diese emotionale Reise. An alle die vorhaben nach Kolumbien zu reisen, um auf Pablos Spuren zu gehen, denkt daran wie wir uns fühlen würden wenn Touristen, Capis mit dem Hakenkreuz tragen würden. Es gehört verboten!

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