Kalaupapa National Historical Park

Wo: Auf Molokais

Anreise: Nur zu Fuß oder per Maulesel erreichbar

Für wen: Naturfreunde & Kulturinteressierte, erst ab 16 Jahren erlaubt

Wir entschieden uns natürlich gegen die Maultiere und liefen die höchsten Klippen der Welt mit 1 188 Metern selbst hinunter ins Penisula Tal. Die sattgrüne von weißen Sandstränden gesäumte Landzunge ist nur über einen Pfad mit 1 400 Stufen zu erreichen. Die isolierte Lage ist ein Grund dafür, warum über Jahrhunderte lang Leprakranke auf brutale Art hierher verbannt wurden. Neun Patienten leben immer noch hier, das damalige Gefängnis ist zu Ihrem Zuhause geworden.

Die Halbinsel ist nun ein historischer Nationalpark, bis der letzte Patient gestorben ist. Ich dachte Lepra wäre längst ausgestorben, aber ich irrte mich gewaltig, denn plötzlich stand vor mir ein sehr sympathischer älterer Hawaiianer, der von Lepra geheilt wurde. Er lebte, seit er ein kleines Kind war hier, weggerissen von seinen Eltern.

Der Mann erzählte uns von seiner Lebensgeschichte, der Insel, die Dramen die sich hier abgespielt haben. Und von einem ganz besonderem belgischen Missionar, der Heilige Damien. Im Jahr 1873 verlief Vater Damien die Außenwelt, um sich um die Leprakranken zu kümmern. 16 Jahre später nach dem er diesen armen Menschen eine Hoffnung gab, erlegte er der Lepra Krankheit selbst.

Außerdem erzählte er und von einer Nonne, namens Mutter Marianne Code, die einige Monate vor dem Tot Vater Damiens auf die Insel zog, um den Leprakranken weiter zu helfen. Sie starb 1918.

Alle Leprakranken egal, ob Baby, Kind oder ältere Menschen, alle wurden sie verbannt, sobald sie Lepra Krankheitsmerkmale hatten. Und dann auf den Weg natürlich von Lepra infiziert. Die Menschen hatten keine Kraft den langen, harten und steilen Weg über die Klippen zu wandern und auch wenn hätte man sie oben vermutlich erschossen hatte, der Weg übers Meer war noch hoffnungsloser. So verelenden sie ohne Gesetzeshüter, bis diese besonderen Menschen auf die Insel kamen, ihr Leben für die Menschen opferten, die noch heute sehr verehrt werden von den Einheimischen.

Nach der 90 minütigen Tour durch das heute hübsche Viertel, den Besuch in einem Shop mit verschiedenen Büchern (das auch von einem geheilten Lepra Kranken geführt wird) und das Besichtigen der St. Philomena Chruch und der Grabstätte treteten wir emotional und durchfühlt den Rückweg an.

Jetzt war ich sogar dankbar für die 1 400 Stufen, die ich hochlaufen musste, um den Kopf wieder frei zubekommen und nicht daran zudenken was für eine Grausamkeit hier unten Alltag war. Nass geschwitzt, ohne Puste aber voller Stolz, klatschten wir uns in die Hände – geschafft! Jetzt haben wir uns ein Bier verdient. In einer alten hawaiianischen Bar feierten wir unser Aufstieg und redeten über die Geschichten und Empfindungen des Ausflugs. Eine süße einheimische Band spielte mit ihren Ukulelen. Alle hatten sie Blumen in den Haaren und sangen hawaiiansche Lieder. Lars verputzte seinen Burger im Nu. Ach ja, auf Hawaii gibt es Bier und das schmeckt auch gut (zwinker).

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