Tayrona Nationalpark

Das “Malle” der Kolumbianer

Wenn wir unsere Kolumbianischen Freunde fragen nach dem schönsten Ort Kolumbiens antworteten die meisten zu 99% mit Tayrona Nationalpark.

Also müssen wir dort hin, gesagt getan. Der Bus von Cartagena nach Santa Marta wurde gebucht und schon verabschiedeten wir am nächsten Tag von unseren (kolumbianischen) Lieblingsmenschen und verließen schweren Herzens Cartagena.

Nach einer fünf stündigen Busfahrt kamen wir in einer der hässlichsten Städte Kolumbiens an, in Santa Marta. Mit dem letzten Geld im Portemonnaie bezahlten wir den Taxifahrer, der uns zu dem Hostel fuhr. Dort angekommen mussten wir erst einmal Geld holen. Aber wir bekamen erstmal keins, da der nächste Zahlungszeitpunkt noch dauerte. Und leider dauerte das noch mehrere Tage. So überredeten wir unseren Hostelbesitzer uns eine Nacht dort schlafen zu lassen und im Gegenzug den Reisepass abzugeben und am nächsten Tag unsere Schulden zu begleichen.

Der Besitzer war Gott sei Dank einverstanden und wir checkten in dem Veggi Hostel ein (das zum Glück sehr schön hergerichtet war) und erkundigten die Straßen. Der Strand war die reinste Müllhalte und auch so überzeugte uns Santa Marta nicht.

Der Tayrona Nationalpark liegt nur eine Stunde östlich von Santa Marta. Also fuhren wir direkt am nächsten Morgen zum Park und reservierten für eine Nacht ein Campingzelt. Unser Gepäck ließen wir zurück in einem Spint in Santa Marta und nahmen nur Gebäck für eine Nacht mit.

Nach einer drei stündigen Wanderung durch den Dschungel, bei der wir Affen, Papageien und auch zahlreiche weitere Tiere erblickenden, erreichten wir den wohlbekanntesten Strand bei Cabo de San Juan. Vor uns das raue karibische türkisfarbene Meer mit kleinen Fischschwärmen. Hinter uns ersteckte sich das Meer aus Palmen und dem Dschungel und dahinter ragen die Spitzen der schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada de Santa Mara in die Höhe. Ein traumhafter Anblick, wie auf einem Gemälde!

Der Parkranger drückte uns einen Schlüssel in die Hand für unser Zelt, das bereits fertig dort stand. In dem Zelt befanden sich zwei Matratzen. In Deutschland hätte ich mich wahrscheinlich wieder umgedreht und gesagt: Hier schlafe ich nicht. Aber nach anderthalb Jahren Reisen sieht und macht man vor allem Einiges was man zuvor wahrscheinlich nicht gemacht hätte und das härtet ab. Wir nahmen es mit Humor.

Wir entspannten am Strand, gingen barfuss spazieren und kühlten uns im Meer von der Sonne ab. Am Abend schauten wir gespannt der Sonne zu wie sie unterging und gingen in dem großen Restaurant am Strand essen.

Mir ging es immer schlechter, mein Magen drehte sich hin und her. Mein Kopf puffte und bei dem Gedanken an das bestellte Essen wurde mir ganz schlecht im Magen. Ich stand auf und lief ein paar Schritte. Dann übergab ich mich den ganzen Abend lag, bekam Schüttelfrost und Fieber. Mir ging es miserabel. Ich weinte und hatte Angst. Was war nur los mit mir?

Lars ging es nicht viel besser, er machte sich Sorgen und überlegte was es sein könnte: was falsches gegessen? Malaria? Blutvergiftung? Lars sprach die Parkranger an und bittet sie mich aus dem Park zu bringen. Er antwortete ihm, dass dies leider erst morgen möglich sei. Nachts könnten die Boote nicht fahren, weil sie nichts sehen und man nicht nachts durch den Dschungel wandern könne. Und es gab nur diese zwei Wege, entweder übers Meer oder durch den Dschungel. Lars blieb die ganze Nacht wach und beobachtete mich, um sicher zu gehen das sich mein Zustand nicht verschlechterte. Ich bekam davon nichts mit und schlief irgendwann ein. Am Morgen hatte Lars direkt zwei Pferde organisiert, eins für mich und eins für ihn.

Er wusste das ich diese Wanderungen nicht alleine schaffen werde, also mussten leider die armen Pferde dran glauben. Der Rückweg war der reinste Horror. Mir war schlecht ich musste mich übergeben und hatte Kopfschmerzen, was auf einem trappendem Pferd nicht wirklich angenehm war.

Endlich angekommen rief Lars ein Taxi und meine Mum an. Er war sich unsicher: Krankenhaus oder Hotel. Meine Mama riet ihm erst einmal in ein richtiges Hotel zu gehen. Wir buchten ein vier Sterne Hotel. Ich aß wieder richtige Sachen, lag in einem richtigem Bett und schonte mich von der Sonne. Genau wie meine Mama vermutete hatte, erlitt ich einen starken Sonnenstich. Nach einem Tag ging es mir wieder gut und wir fuhren zurück die zwei Stunden nach Cartagena.