Walhai & Geburtstagstorte

„Oh man, morgen werde ich ein Jahr älter sein“, dachte ich. Also eigentlich wie in jedem Jahr. Jedoch wird mir wieder einmal bewusst, dass ich morgen nicht mit einem schön und liebevoll gedeckten Geburtstagstisch überrascht werde oder Familie und Freunde das Haus stürmen, um mit mir zu feiern. Hmm… Aber dafür werde ich morgen mit Walhaien schwimmen! Also gute Nacht.

So beendete ich den 18.07.2017 und am nächsten Morgen weckte mich Lars mit einem warmen Kaffee bei Sonnenaufgang auf. Danach ging es auch direkt schon los. Ab zum Bus und damit in den Cape Range Nationalpark zum Bootsanleger. Nach einer kurzen Einführung auf dem Boot fuhren wir los. Auf dem Weg sahen wir schon Delfine, Dungos und Schildkröten. Auch Pottwale haben mir zum Geburtstag gratuliert, alle waren sie da (grins). Mit einem Hüpfer ging es ins türkis blaue Wasser. Überall schwammen kleine Fischschwärme an uns vorbei. „Kopf runter er kommt von rechts”.

Ich sage euch, es ist schon ein wenig unheimlich, wenn du den Walhai nicht siehst aber weißt er kommt gleich, quasi „um die Ecke”. Da war er auch schon in seiner vollen Pracht. Wie eine Discokugel leuchtete der Walhai, bis er dann direkt vor dir schwimmt mit einem Abstand von nur zwei, drei Metern. Es war der Wahnsinn und eine Gänsehaut überflutet mich. Als er vorbeigeschwommen war, gab ich Gas und schwamm ihm nach. Das war gar nicht so leicht, denn er hatte ein ganz schönes Tempo drauf. „Ist das vielleicht der kleine Schuhmacher-Wal?“, dachte ich.

Wir hatten ein riesen Glück, denn insgesamt sind wir mit sieben verschiedenen Walhaien geschwommen. Erst rein, dann kurz wieder raus, da kam wieder einer vorbeigeschwommen, also waren wir auch schnell wieder im Wasser. Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Als wir nochmal reinsprangen, um einen Walhai zu bestaunen, bemerkten wir schnell, dass dieser nicht alleine war. Unter mir befand sich ein großer Schatten, das kann doch nicht wahr sein? DA IST NOCH EINER! Auf einmal schwammen neben und unter mir riesengroßen Walhaie. Laut den Biologen an Bord ist das einmalig und in ihrer ganzen Laufbahn vielleicht nur zweimal passiert. 

Nach einem leckeren Lunch – diesmal gab es den Fisch auf dem Teller und nicht im Wasser – ging es wieder zurück ans Ufer. Insgesamt waren wir seit neun Stunden unterwegs. Wir endeten den Tag auf dem Boot mit einem Glas Champagner. Zu meiner Überraschung gab es sogar ein kleines Happy Birthday Ständchen mit einer Geburtstagstorte und das, obwohl ich keinem verraten habe das ich Geburtstag hatte.

Zu Hause, auf unserem Campingplatz, sprang ich kurz unter die Dusche. Als ich zurückkam, konnte ich meinen Augen nicht trauen. „Bin ich falsch?“ Unser Platz war mit Girlanden schmückt und liebevoll dekoriert. Ausgerechnet in meinen Lieblingsfarben Rosa und Türkis. Als Highlight bemerkte ich, dass unser Campingtisch von einer Disney Prinzessinnen Tischdecke geschmückt wurde. Das gibt es doch nicht! Auf dem Tisch lagen auch noch Geschenke. Lars lächelte mich nur an. „Wo hast du das alles her? Wir sind doch im nirgendwo.“ Er kam auf mich zu und gab mir als Antwort eine dicke Umarmung.

Vor Wochen hatte er bereits alles angefangen zu planen und einzukaufen. So wie ich Lars kenne, war das sicherlich noch nicht alles. Denn wenn er erst einmal anfängt, dann wird es auch zu eintausend Prozent perfekt. So lud er mich zu selbst gekochten Tortillas ein. Nachdem ich pappsatt und einfach nur dankbar und zufrieden über die Erlebnisse des Tages war, kam Lars mit der nächsten süßen Überraschung um die Ecke. Er brachte mir ein Chocolate Cheesecake mit einem „Happy Birthday“ Caketopping und einer Kerze in Form meines Alters.

Ich hatte den beeeeeesten Geburtstag, den ich mir vorstellen konnte! Das hatte ich nur meinen neuen sieben Backpackerfreunden und vor allem meinem besten Freund und dem weltbesten Travelbuddy der Welt zu verdanken! 

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