Shark Bay

Kurz nachdem wir in Shark Bay angekommen waren, hatten wir auch bereits unseren ersten Spot auserkoren: „Stromatolites & der Hamelin Pool”. Diese Bucht ist ein Naturschutzgebiet, da die dort aufzufindenden Steine Millionen Jahre alt sind. Von einem Local erfuhren wir, dass die Aborigines (Ureinwohner Australiens) daran glauben, ihre Vorfahren seien zu diesen Steinen geworden…

Hier jagt ein Spot den anderen, was für australische Verhältnisse eher eine Seltenheit ist. Der nächste Spot, der direkt um die Ecke lauerte, war der berühmte Shell Beach. Der Name ist Programm, denn der Strand besteht nur aus Muscheln. Für Muschelsammler ist es ein wahres Paradies. Am Shell Beach findet man definitiv schöne Muschel und dafür muss man nicht mal lange suchen (grins). Am „Eagle Bluff”, welcher sich auch am Shell Beach befindet, hat man einen super Ausblick auf die Bucht. Mit viel Glück sieht man hier Tigerhaie, Riffhaie, Delfine oder auch Pottwale. Wir steuerten die Stadt Denham an. Es ist eine kleine moderne Stadt mit rund 600 Einwohnern, zwei Bars und einem Supermarkt. Der bekannteste Spot ist hier definitiv „Mokey Mia”. Warum dort 360 Tage im Jahr riesige Touristenströme hin schwärmen? Die Antwort ist ganz simpel: Hier bekommt man direkt am Strand zu 99 Prozent Wilddelfine zu Gesicht.

Die Tiere leben in eigener Freiheit und bekommen jeden Tag von Rangern einen Fisch zu fressen. Das entspricht fünf Prozent ihrer täglichen Nahrung. Gäbe man den Delfinen nämlich mehr zu fressen, dann würden sie nicht mehr selbst jagen und ihre Nachfahren könnten dies verlernen. Die Ranger kennen jeden Delfin per Namen und auch ihr jeweiliges Alter – der Wahnsinn! Und schon begann der Grinswettbewerb unter allen Touris, denn einen dieser Fische darf eine ausgewählte Person der ca. 200 Touris an die Delfine verfüttern. Unglaublich, aber ausgerechnet Lars wurde von einer jungen hübschen Frau ausgewählt – warum nur (grins).

Am Nachmittag entspannten wir am Strand mit einer großen Gruppe von Backpackern, die man hier an der Westküste wirklich sehr selten sieht. Ich hatte Lust zu baden: Da stand ich nun alleine im Meer bis zum Bauch tief im kristallklaren Wasser, als plötzlich eine Schwanzflosse auf mich zu gesteuert kam. Mein Körper verkrampfte und mein Magen drehte sich einmal um sich selbst. Durchatmen. Nur es ist nur ein Delfin mit seinem Baby, welche direkt an mir vorbeischwammen. Das war mein absolutes Highlight an diesem Tag.

Gegen 15.00 Uhr verabschiedeten wir uns von unseren neuen Bekannten und fuhren zum Flughafen. Dort wartete nämlich unser Scenie Flight auf uns. Yeah, wir waren pünktlich! Nur wo sind die anderen: Der Pilot und seine Crew oder andere Reisende? Seelenmutter Allein liefen wir den kleinen Flughafen ab. Fünf Minuten vor Abflug war immer noch nichts und niemand zu sehen – so ein Mist, sind wir vielleicht am falschen Flughafen gelandet? Hier ist absolut tote Hose! Da fiel unser Blick auf zwei weitere Backpacker – wurden sie etwas auch vergessen? Nur zwei Minuten vor Abflug füllte sich der Flughafen langsam. Mit ganzen fünf Personen, deren diese entspannte und ruhige Stimmung ganz normal vorkam. „Richtige Rushhour hier”, zischte ich zu Lars.

Nachdem der junge gut aussehende Pilot uns persönlich und sehr herzlich begrüßt hatte, führte er uns zu seiner kleinen Propeller Maschine. Lars quetschte sich nach vorne zum Piloten und ich nahm in der hinteren Reihe Platz, mit der Hoffnung, dass er keinen Quatsch macht (lach). Meine Beine fingen an zu zittern, aber als wir dann erst einmal in der Luft waren, flog auch ich im siebten Himmel. Wir kurvten um die Bucht. Es war ein beeindruckendes Farbspektakel der vielen Lagunen mit ihrem roten Sand, der in den schneeweißen Stränden übergeht. Dieser Ausblick ließ meinen Atem für eine kurze Zeit stoppen. „Es sieht so unecht aus”, sagte Lars zu dem Piloten. Denn es war zu schön um wahr zu sein.

Nach dem circa 40 minütigen Rundflug setzte der Pilot wieder zur Landung an und brachte uns wieder heil auf den Boden. Er verabschiedete sich mit einem Geheimtipp: nachts in den Homestead Pool baden zu gehen. Also dachten wir uns, warum nicht? Das war der vermutlich beste Geheimtipp, den wir verraten bekommen hatten, seitdem wir hier in Australien sind. Dort angekommen sahen wir schon Kängurus grasen. Da die Sonne noch sehr prallte, entschieden wir uns erst einmal für ein kleines Picknick zum Abendessen, um entspannt bis zur Dämmerung abzuwarten. Die Sonne ging unter und der Sternenhimmel wurde langsam sichtbar. Sobald die Sonne weg war, wurde es auch recht schnell kühl. Also wollten wir auch fix in den warmen natürlichen Kochtopf, der sich dort seit fast einem Jahrhundert befindet. Nach ein paar schönen romantischen Stunden ging es zurück zu unserem Schleudi und damit ab auf den Highway.

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