Ningaloo Riff

Am richtigen Ort zur richtigen Zeit

Da sind wir gerade erst zwei Tage im Ningaloo Riff in Exmouth und haben bei unserem ersten Strandbesuch am Tijijijana Beach direkt eine riesige Schildkröte entdeckt. Lars hatte sie zuerst gesehen und als er mich auf sie aufmerksam machte, kamen wir beide nicht mehr aus dem Staunen raus. Wunderschön und vor allem riesig war sie. Am Abend schauten wir uns gemeinsam am Leuchtturm den Sonnenuntergang, bei einem Glas Wein, an. „Oh mein Gott”, hörten wir von allen Seiten schreien, „Wale!” Das ist ja der Wahnsinn! Dieses Bild werden wir wohl nicht mehr vergessen. Sie sprangen immer wieder aus dem Wasser und lieferten uns eine sagenhafte Show ab. Mit diesem Spektakel sparten wir mal locker 150 Euro für eine Wale Watching Tour. Dass wir direkt am nächsten Tag nochmal so viel Glück hatten, hielten wir nicht für möglich.

Danach ging es für uns weiter an den Oyster Bay. Schon nach 20 Minuten rumplanschen im Meer, sahen wir riesige Fischschwärme vorbeiziehen. Es waren große, bunt gemusterten Fische in Neonfarben und weiß-türkisfarbenen Rochen. „Das ist doch kein Fisch”, dachte ich und erschrak, „fuck, das sind Haie!” Anstatt das Weite zu suchen, schwamm ich den Riffhaien hinterher – fragt mich nicht warum ich das tat.

Bereits einen Tag später ging es mit unserem Schleudi in den Cape Range Nationalpark in Exmouth. Auch auf diesem Weg machten wir wieder einen kleinen Abstecher an einem Strand. Auf der Karte sah dieser so uninteressant aus, dass wir eigentlich dran vorbeigefahren wären – ich zumindest. Doch beim Vorbeifahren sah Lars große Dünen und der kleine Spieljunge kam aus ihm raus. Nach nur fünf Minuten über die Sanddünen krackseln wurden wir von einem bombastischen Ausblick belohnt. Keine Menschenseele weit und breit. Direkt ging es für uns auch ins Wasser. Beim Schwimmen hatten wir eine fast perfekte Sicht, trotz starkem Wellengang.

Um noch besser sehen zu können, entschieden wir uns weiter raus zu schwimmen. Die Korallen wurden immer spektakulärer und die Fischschwärme größer. Doch dann tauchte ein Hai vor mir auf. Es war ein größerer und ich probierte cool zu bleiben und begann mit meinen Armen rückwärts zu paddeln. Dabei versuchte ich Lars per Handzeichen zu warnen, der immer noch seelenruhig von einem Nemo zum nächsten schwamm. „Fuck!” Okay, das hörte man sogar unter Wasser klar und deutlich. Gut, jetzt hat Lars es auch bemerkt. Schockiert schaute er mich an und schnickte mir die GoPro zum Filmen rüber. Der Hai war irgendwann außer Sichtweite. Neben mir tauchte eine Schildkröte auf. Bei dieser beeindruckenden Schwimmgefährtin vergaß ich kurz alles. Als ich wieder zur Vernunft kam, bekam ich einen ganz schönen Schrecken, das hätte auch anders ausgehen können.