Manly – Home, sweet Home

Ich bin am North Curl Beach, bei den Felsen in einer kleinen versteckten Ecke, schau aufs offene Meer, die Wellen brechen ein und eine leichte Brise zieht an mir vorbei. Es ist ruhig und keine Menschen sind weit und breit zu sehen…  Meine Gedanken kreisen und ich denke an die ersten Tage hier in Sydney. Unglaublich, wir leben jetzt schon mehr als sieben Monate hier. Hier, am anderen Ende der Welt! Um genau zu sagen in Manly, einem süßen Stadtteil von Sydney – meinem Lieblingsplatz in Australien. Der Perfekte Ort um anzukommen. Lars und ich sind wirklich stolz auf uns: Wir haben eine eigene Wohnung, klein aber fein, beide einen festen Job mit guten Schichten (die hier leider nicht gewöhnlich sind), haben das Glück in einem tollem Team arbeiten zu dürfen und uns einen festen Freundeskreis aufgebaut, das nach so langem Reisen wirklich guttut.

Wie das Leben in Sydney ist?

Es ist ein tolles sonniges Leben. Wir genießen jede freie Minute am Strand. Manly ist familier, lässiger, eine reine Surfer-Stadt und nicht so überlaufen wie am Bondi Beach und nicht so hektisch wie in der Stadt selbst. Man lebt bei den Einheimischen und bekommt nach einer Weile das Gefühl richtig da zuzugehören. Hier gibt es viele kleine Cafes, Restaurants und das Nachtleben hat auch etwas zu bieten. Da Sydney zu den teuersten Städten der Welt gehört, überwiegt dementsprechend auch die Einwohnerzahl der Wohlhabenderen. Das merkt man besonders in den Vororten. Von Manly fährt eine Fähre direkt zu Circul King – man ist in 15 Minuten in der Stadt für nicht mal $2,5 – besser geht es doch nicht, oder?!

Lars arbeitet in einem Fischladen als Verkäufer. Die Aussies sind verrückt nach Fisch. Dort ist es einfach immer voll. Außer, dass ich den Fischgeruch nach der Arbeit an ihm rieche, macht ihm der Job sehr viel Spaß. Laut ruft Lars die Bestellnummer auf, begrüßt den Kunden und schon ist der „Salmon” schnell zusammen gepackt.

Ich arbeite als Verkäuferin im Supermarkt IGA, im Einzelhandel. Dort nehme ich Lieferungen an, mache Bestellungen, räume die Ware ein und aus und stehe den größten Teil der Arbeitszeit an der Kasse. Ich habe Glück in einem sehr kleinen Örtchen zuarbeiten, namens Ballgohwal. Wir haben immer die gleichen Kunden, sie kennen mich bereits mit Vornamen und für ein kurzes Schwätzchen bin ich immer zuhaben.

Da ist zum Beispiel die alte reiche Diva, die ihren Hund abgöttisch liebt und immer zum Ladenschluss kommt. Oder eine andere Dame aus Neuseeland. Sie spricht mit mir deutsch, weil ihr Mann aus Österreich kommt. Es gibt noch eine nette Frau, sie ist um die 30. Einmal hatte sie ihren Einkauf liegen lassen und ich bin ihr drei Blocks mit 10 000 Taschen hinterhergerannt. Seitdem ist das unser Insider Joke. Ihr merkt, die Kunden sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich gehe wirklich gern zur Arbeit.

Außerdem bin ich jeden Montag von 9.00 bis 13.30 Uhr und freitagabends eine liebevolle Nanny, die sich um zwei kleine Aussie/ Srilanka/ Deutsche Jungs kümmert. Jede Sekunde genieße ich die Zeit mit Ihnen. Oft gehen wir in den Park oder spielen im Garten, aber meistens bauen wir Häuser oder Höhlen aus Stühlen und Decken, um uns vor dem bösen Wolf zu verstecken. David ist zwei Jahre alt und Frederik wird vier. Ich spreche mit den zwei deutsch, sodass sie ihre Muttersprache auch bald fließend sprechen können. Es ist schön eine Aussie Family zuhaben. Durch sie habe ich das Gefühl zu einer Familie dazu zu gehören. 

Wir sind also richtig angekommen hier in Sydney. Lars geht am Liebsten Surfen mit seinem eigenem Board. Ich hingegen gehe lieber schwimmen oder schnorcheln. Nach getaner Arbeit gehen wir mit Freunden ans Meer oder in eine Bar. Eins bis zwei Tage haben wir in der Woche frei, die dann immer komplett ausgenutzt werden. Normalerweise beginnt Lars’ Arbeit um 13.00 Uhr und meine geht von 14.00 Uhr bis um 2.00 Uhr. Am Wochenende arbeiten wir, denn so verdienen wir das Doppelte des Stundenlohns – das ist der Wahnsinn!

Also, wie ihr merkt haben wir wieder einen Alltag, eine Routine und ein ziemlich normales Leben hier in Sydney. Bald werden die Zelte wieder eingepackt und es geht weiter mit unserem Abenteuer. Ich glaube, dieser Abschied wird von allen Ländern der Schwerste – schon alleine dadurch das wir fast ein Jahr hier in Australien verbracht haben. 

Lieblingsstrände: 

1. North Curl Beach

2. Collins Beach

3.  Manly Beach / Shellybeach