Karijini Nationalpark

Festgesetzt im Nichts – LKW Unglück 

Leuchtend rote Felswände stürzen im Karijini Nationalpark in die Tiefe. Inmitten der Schluchten liegen natürliche Swimmingpools und Wasserläufe, die wir an zwei Tagen durchwateten, schwammen oder entlang kletterten. Ich fühle mich wie auf einem großen Abenteuerspielplatz. Nur das hier die Natur der Schöpfer ist.

Auf allen Vieren klettere ich durch enge Schluchten, unter mir eiskaltes azurblaues Wasser. Die Schlucht endete in einem Pool, in dem ich mich abkühlen konnte. An manchen Stellen kommen wir nur durchs Wasser weiter. Rucksack, Kamera und Klamotten lassen wir zurück. Nur im Bikini und Schuhen (bei den glitschigen Steinen eine Hilfe) waren wir bekleidet.

So unternahmen wir zwei Tage lang Klettertouren durch die Gorges. Dales Gorge, Weano Gorge, Hankock Gorge und Joffre Gorge.

Das Abenteuer fernab jeglicher Zivilisation, geschweige denn Handyempfang ist groß. Die Anfahrt zum Karijini Nationalpark, aus Exmouth kommend, ist lang und dauert mit Tankstopps und Pausen knapp acht Stunden. Generell rate ich jedem, alle Tankstopps und Roadhouses, die auf dem Weg liegen, anzufahren. Bei hohen Temperaturen und geradeaus verlaufenden Straßen ermüdet man schnell und man weiß nie genau wann wieder solch ein Stopp kommen wird. Broome, unser nächstes Ziel, ist nämlich ganze eintausend Kilometer entfernt.

Viele Menschen verirren sich nicht hier her. Schade, denn für mich ist es einer der schönsten Orte Westaustraliens. Ein Ort, an dem man komplett herunterfahren und eins mit der Natur sein kann.

Schon am Eingang beeindruckt die rote Erde. Wir stoppten, um die Parkgebühren von zwölf AUD zu bezahlen.

Beim Fahren über die roten Pisten wirbelten wir regelrecht Sand auf. Im Rückspiegel ist auf einmal nichts mehr zu erkennen. Wir waren umgeben von kontrastreicher Natur: minzgrüne Spinifex Büsche, zerklüftetes kupferfarbenes Gestein der Schluchten, weiße Eukalyptusbäume und in Grüntönen vorhandene Akazien-Haine. Der Himmel war blau. Zwischendurch blühen gelbliche Senna-Pflanzen oder meterhohe Termitenhügel in leuchtendem Rot der Erde hervor.

Steile Schluchten, Wasserfälle und natürliche Pools erwarten uns! Drei Nächte und zwei volle Tage haben wir im Karijini NP verbracht, um so viele Schluchten wie möglich zu erkunden.

Recht schnell merken wir, dass mit Kleidung, Rucksack und Kamera der Weg anstrengend und nass wird. Denn nur mit Bikini, Schuhen (können ruhig nass werden) und GoPro Kamera bewaffnet waten und schwimmen wir durchs Wasser, klettern über glitschige Steine, einen kleinen Pool und gelangen recht schnell zur Handrail, die uns zu einem Pool herabführte.

Kleiner Pool auf dem Weg zum Handrail Pool

Danach ging es in die Hankock George, einer der tiefsten und schmalsten Schluchten im Park. Hier ging es erstmals über Steine und über eine Leiter bergab. Nur ein kurzes Stück kannst du entlang des Wasserlaufs über Steine gehen.

Danach hast du die Wahl zu schwimmen oder an dem Felsvorsprung der Wand entlang zu klettern. Ich wollte sowieso schon lange mal wieder klettern, also lies ich meine Klamotten an, konnte Kamera und Rucksack mitnehmen und hangelte mich von Griff zu Griff.  Andere schwammen gemütlich im kalten klaren Wasser unter mir durch die Schlucht hindurch.