Zwei Jahre Weltreise – ein Start ins Unbekannte

Heute sind wir seit ca. zwei Wochen in Südafrika. Ich kann nicht in Worte fassen, wie glücklich ich bin. Wir haben unheimlich viel erlebt in dieser kurzen Zeit. Gefühlt könnte ich schon ein ganzes Buch schreiben über die letzten 17 Tage unserer Weltreise, aber ich fange mal von vorne an.

Nach Johannesburg zu fliegen ist günstig, aber die meisten Touris machen dann schnell wieder den Abflug, wenn sie gelandet sind. Durch die ganzen Medien hatten wir schon einige Geschichten gehört und waren ziemlich voreingenommen. Aber wir waren fest entschlossen, Johannesburg eine Chance zu geben.

Wir landeten nach 16 Stunden Flug. Der Flug und auch der Zwischenstopp in Addis Abeba waren sehr angenehm, viel besser als gedacht. Das lag wahrscheinlich daran, dass wir die Nacht zuvor kaum geschlafen hatten und der Abschied am Flughafen, sowie die Abschiedsparty für uns sehr hart waren. 

Wie wir uns fühlten auf dem Weg in den Flieger – jetzt wird es ernst! Die Weltreise wird Realität.

Aber ab dem Zeitpunkt, als der letzte Angstschweiß den Rücken runter floss und ich mit den Gedanken “Shit, wie komme ich aus diesem Flieger wieder raus?” einschlief, ging alles ganz schnell. Das Flugzeug ruppelte, ich öffnete vorsichtig die Augen, streckte mich – Wahnsinn! Wir gingen in Landeflug. Meine Ohren gingen zu und das Anschnallsignal erschien grell in rot. Ich rüttelte Lars wach und strahlte über beide Ohren: “Schatz, wir sind da, wir sind endlich in Johannesburg!” Lars grinste und drückte meine Hand fest an sich. Ab dem Moment konnte ich mein Glück kaum fassen. Die letzten anstrengenden Tage und Wochen waren vergessen; der Abschied und die Sorgen wie weggeweht. Wir sind auf Weltreise – Wahnsinn!

Nachdem wir unsere Rucksäcke vom Gepäckband entgegengenommen hatten, ging es sofort zu der Autovermietungsstation. Der kleine weiße 4-Türer sollte uns ab sofort in Südafrika begleiten. Das Hostel in Johannesburg war ca. 20 Minuten vom Flughafen entfernt. Also eigentlich perfekt nach so einem langen Tag.

Welche unerwarteten Herausforderungen der Weltreise direkt nach der der Landung auf uns warteten…

Und so fuhren wir los, fuhren und fuhren… Okay zu unserer Verteidigung: Es ist nicht leicht, ohne Navi in der heutigen Zeit zurecht zu kommen und schon gar nicht, wenn man das erste Mal auf der anderen Seite der Straße fährt. Unsere Nerven lagen schneller blank als uns lieb war, die Hoffnung auf ein Bett für diese Nacht starb so langsam vor sich hin. 

So irrten wir in Johannesburg rum. Nach ca. 2 Stunden – inklusive einer halben Stadtrundfahrt – standen wir endlich vor dem Hostel. Das soll es jetzt gewesen sein? Das fängt ja gut an. Aber der erste Eindruck täuschte gewaltig. Die kleine Lodge war wirklich wunderschön. Auf einem kleinen verwachsenen Hügel huschte hinter den vielen Palmen und Bäumen ein Bungalow hervor, der für uns reserviert war. 

Typisches Abendessen auf Weltreise? Würmer, Heuschrecken…

An diesem Tag passierte nicht mehr viel. Wir genossen auf der Terrasse den Blick auf das grüne Johannesburg. Für das Abendessen kauften wir uns Spaghetti mit Tomatensoße in einer von den gefühlt 1000 riesigen Malls. 
Richtig gehört: Wir müssen hier keine Würmer, Heuschrecken oder andere Insekten essen. Da muss ich euch leider enttäuschen. Hier gibt es alles und noch mehr: von Nivea über Lindt-Schokolade bis hin zur Ristorante-Tiefkühlpizza. 

PS: Das am nächsten Tag direkt ein Abenteuer auf uns wartete, war uns zu diesem Zeitpunkt zum Glück noch nicht klar. 

Auch wir sind mit gemischten Gefühlen ins Ausland gereist. Warum das ganz normal ist und dazu gehört liest Du hier.

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