Unsere Freundin aus dem Township in Kapstadt

Was wir alles im Township in Kapstadt erlebten erfahrt ihr hier…

Bekanntlich sagt man: Wenn es am Schönsten ist, sollte man gehen. Mit Tränen in den Augen verabschiedeten wir uns von zwei ganz besonderen Menschen, bevor unser Flug nach Bangkok ging. Aber jetzt erstmal von Anfang an.

Wir checkten ein und schnell kamen wir mit einem netten Ehepaar aus Dänemark ins Gespräch. Sechs bis sieben Jahre reisen sie mit dem Fahrrad um die Welt. Ich glaube, das waren mit Abstand die verrücktesten zwei Backpacker, die wir bis jetzt kennengelernt hatten. Am Abend erzählte sie mir, dass sie sich Rastazöpfe machen lassen möchte. Ich war natürlich begeistert! Da mache ich doch gleich mit. Gesagt, getan! Am nächsten Morgen verabredeten wir uns. 

Jil werden Extensions in die Haare geflochten bei uns im Hostelzimmer im Township in Kapstadt.

Charity (26) und Ihre Freundin Sharon (21) stellten sich mit einem breiten Grinsen vor. Ich muss zugeben, sie waren mir auf den ersten Blick super sympathisch. Zu viert zogen wir los, um nach Extensions zu suchen. Normaler Extensions-Preis: 2€ pro Päckchen. Aber als sie die Dänin und mich sahen, versechsfachte sich der Preis. Hmm.. Warum nur? Als wir dann endlich bezahlbare Extensions fanden, hatten wir das nächste Problem. Zu welchem Friseur gehen wir?
Der Friseur der beiden war für uns zu gefährlich. Und in Capetown ist ein Friseur unbezahlbar. Nach langem Hin und Her tuschelten die beiden kurz und boten uns an, dass sie es machen könnten. Also ging es zurück ins Hostel. Ich fühlte mich wie auf einer Pyjamaparty. Es wurde getrunken, Musik gehört, gelacht und erzählt – und das alles in einem 8-Bett-Zimmer- eine reine Mädchen-Party. 12 Stunden und einen Tag später war ich endlich fertig.

Mit den zwei Mädels verabredeten wir uns für den nächsten Tag.
Wir holten sie am Nachmittag von der Arbeit ab und fuhren mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Township in Kapstadt. Ein kleiner Mini-Bus, vollgestopft mit Menschen. Der Durchgang zu den hinteren Sitzreihen wurde später auch noch zur Sitzgelegenheit. 

Angekommen im Township machten wir erstmal Halt bei Charity zuhause. Sie wohnte in einer kleinen Hütte im Hinterhof ihrer Elternhütte. Dort lebt sie auf ca. 5m² mit einem Bett, kleinem Schrank, Kühlschrank und einem Flachbild-Fernseher. Als Charity sich schick für die Party gemacht hatte, stellte sie uns noch ihrer Familie vor. Sie saßen alle etwas bekifft im “Wohnzimmer”. – Da lag ja auch ein großer Haufen Gras auf dem Tisch. Auf dem Weg zur Party fühlten wir uns irgendwie wie Aliens. Jeder tuschelte über uns, winkte uns zu oder staunte über weiße Menschen. Vor allem Kinder rannten auf uns zu und wollten uns berühren. Meine blonden Haare waren der absolute Renner. 

Feuerstelle

Angekommen auf der Mzoli´s Party im Township in Kapstadt mussten wir nebenan beim “Metzger” etwas Fleisch kaufen. Schöne, ungekühlte, rohe und zähe Fleischhaufen lagen auf der Theke. Wir waren skeptisch, ob unser Magen das mitmacht und es überhaupt schmeckt. Aber das war die Eintrittskarte auf die Party. Alkohol musste man sich auch an einem Kiosk im Dorf besorgen. Der Kiosk war dabei besser abgesichert als jedes Gefängnis. Die Alkoholflaschen gingen durch vier Tore, bis wir sie in Empfang nehmen durften. Es hieß auch: Erst das Geld, dann die Ware. Eingedeckt für die Party und mit unserer “Fleisch-Eintrittskarte” ging es endlich rein. 20 Minuten später wurde dann unser Fleisch gegrillt und in einem Pappkarton serviert. Besteck gab es nicht. Wir mussten mit unseren ungewaschenen Händen essen. Aber lecker war es. 

Grillfleisch
Jil beim Grillen
Die Party im Township in Kapstadt kann losgehen.
Spaß beim Grillen.

Nach dem Essen bewegten wir noch etwas unsere Hüften zu afrikanischer House Musik. Eine Stunde bevor die Sonne unterging, forderten Sharon und Charity uns auf zu gehen, weil es bei Dunkelheit zu gefährlich für uns sei, noch im Township von Kapstadt zu sein. Selbst Charity, die im Township wohnt, ist spätestens um 20 Uhr zuhause. Also rein ins Taxi und ab zu Sharon nach Hause. Charity musste leider dort bleiben, damit sie nicht nachts heim muss.

Bei Sharon schauten wir mit ihrem Onkel, ihrer Tante, dem Bruder und Freunden der Familie südafrikanisches BigBrother. Sharons Bruder zeigte uns noch den Simbabwe-Tanzstil und wir machten Party in der Küche. Nach etlichen Chicken Wings und mehreren Bieren machten wir uns auf den Heimweg. Am nächsten Morgen verabredeten wir uns in unserem Lieblingsfrühstückscafe, um uns voneinander zu verabschieden. 

Bevor wir ins neue Abenteuer in Asien stürzen kannst du dir noch andere Beiträge von unseren Erfahrungen in Südafrika durchlesen: Safari im Krüger Nationalpark, unseren aufregenden Trip in Johannesburg, Erlebnisse in Kapstadt und einer Horse Riding Tour.

Mit Tränen in den Augen stiegen wir ins Taxi Richtung Flughafen. Auf dem Weg zum Flughafen hatten wir beide am ganzen Körper Gänsehaut. Wir schauten einfach nur aus dem Fenster und alle schönen Erlebnisse und Momente schossen uns durch den Kopf. Aber jetzt beginnt ein neues Abenteuer: Thailand!