Südafrika: Outdshoorn und Straußen-Rodeo reiten

So hatten wir uns Südafrika vorgestellt: Trocken und weit und breit ist einfach nichts! Outdshoorn ist eine kleine Stadt in der Karoo, eine Stadt in der Wüste. 
Aber auch hier gibt es alles. Von großen Malls mit Fastfood Ketten bis hin zu Frauen, die Wischmobs aus Straußenfedern verkaufen. Aber das war noch nicht alles: In der südafrikanischen Kleinstadt Outdshoorn (bei Karoo) ist Straußen-Rodeo möglich und ein wahnsinniges Erlebnis.

Richtig gehört: Straußenfedern. Hier wimmelt es von Straußenfarmen. Also mussten wir natürlich auch eine Straußenfarm besuchen. Gesagt, getan! Schon standen wir auf einer Straußenfarm. Auf der Farm wurden wir von einem Guide begleitet. Er erzählte uns alles über Strauße, ihre Federn, wie die Wischmobs hergestellt werden und einiges über die Eier.

Lars mit einem Straußenfeder-Wischmob
Ein Straußenbaby
Wusstet ihr, dass ein Straußenei so groß ist wie 25 Hühnereier? 

Oder dass ein Straußenei über eine Stunde kochen muss, bis es hart ist?  
Jil auf den Straußeneiern

Das Highlight dieses Tages? Wir durften reiten! Ja, wir sind wirklich Strauße geritten. Man, macht das Spaß und die Dinger gehen ab wie Schmitzkatze. Zum Glück habe ich mir bei meinem Sturz vom Strauß nichts gebrochen.

Auch an diesem Tag haben wir wieder viel gelernt und an Erfahrung gesammelt. Ich sag ja: “Reisen ist besser als Schule”. 

Straußenherde kurz vor dem Straußen-Rodeo.

Straußen-Rodeo reiten in Outdshoorn

Straußen-Rodeo: Lars sitzt auf einem Strauß
Jil beim Straußen-Rodeo
riesige Kerle...
Erfahrene Jockeys beim Straußen-Rodeo

Wie denke ich heute darüber?

Heute, 3 Jahre nach diesem aufregendem Ritt möchte ich euch noch ein paar Denkanstöße geben, die mir leider keiner vor dem Ritt geben hat. Ich würde heute nicht mehr auf einem Straußen reiten und weiß das die Tiere unter der Touristenattraktion leiden.

Straußen sind Vögel, auch wenn sie nicht fliegen können. Man kann die Straußen nicht dressieren wie Pferde, sie rennen einfach blind drauf los. Sie sind Wildtiere und ihr Rücken ist mit Sicherheit nicht dazu erschaffen worden, ausgewachsene Menschen auf sich herum zu tragen.

Tierschutz geht uns alle an und ich finde das Bewusstsein dahingehend hat sich in den letzten Jahre schon sehr verbessert. Man achtet mehr darauf was man kauft Stichwort Bio-Fleich, Freilandeieer aber auch Klamotten etc. Oder hat sogar einen Hund aus dem Tierheim adoptiert. Immer mehr Leute (ich inklusive) verzichten sogar aus Überzeugung und ethischen Gründen auf Fleisch oder leben sogar komplett vegan, ganz ohne tierisch Produkte.

Es ist ein Trend, den ich als sehr positiv empfinde, da mir persönlich der Tierschutz und das wohl der Tiere sehr am Herzen liegt. Trotzdem habe ich selbst erlebt das gerade beim Reisen der Tierschutz komplett ausgeblendet wird oder man nicht richtig darüber nachdenkt, es nicht besser weiß- so wie ich damals in Südafrika.

Tierschutz während deiner Reise

Fakt ist das Tierschutz nicht nur etwas mit Verzicht auf Fleisch, Pelztragen oder großzügige Geldspenden an Tierorganisationen zu tun hat. Sondern auch damit, dass viele Tiere immer noch Belustigung und zur Unterhaltung von Menschen leiden müssen. Und solange es Nachfrage gibt, wird sich daran vermutlich leider auch nichts ändern.

Also speziell auf Reisen wird man immer wieder von verlockenden Angeboten und Situationen konfrontiert, die das absolute Highlight und Erlebnis deiner Reise sein sollen. Zum Beispiel einen Elefanten reiten in Sri Lanka, einen Löwenbaby kuscheln in Afrika, ein Selfi neben einem angekettet Tiger in Thailand oder Delfin & Walshows in den USA.

Dabei vergisst man schnell wie die tonnenschweren Elefanten dazu gebracht werden, dass Touristen auf ihnen reiten, was mit dem Löwenbaby passiert wenn es erwachsen ist, wie der Tiger ruhig gestellt wird für das Selfi und wie es den Delfinen wohl geht in dieser Badewanne.

Ich habe mich damals ohne darüber nachzudenken zu dem Straußen-Rodeo reiten hinleiten lassen. Ich würde es heute nicht mehr tun.

Das Safari Horse Riding hat mich aber total beeindruckt. Genauso wie die Safari im Krüger Nationalpark und das Tauchen mit weißen Haien.