Myanmar: Das vergessene Land & seine traurige Wahrheit

Kinder in Trachten in Myanmar.

Myanmar ist ein wunderschönes abwechslungsreiches Reiseland. Wir haben während unserem Aufenthalt viel erlebt und gesehen, wie beispielsweise die Einbeinruderer oder die Tempel Stadt Bagan. Es gibt unglaublich viel zu erleben aber das Land kämpft auch mit eine traurige Wahrheit….

Die goldene Shwedagon in Yangon, Pagoden bis zum Horizont in Bagan, der idyllische Inle See im Shanstaat und zeitvergessene Städte, zwischen den Gipfeln des Himalayas im hohen Norden und der Inselwelt im tiefen Süden… dieses Land gehört auf jeden Fall zu den atemberaubendsten Ländern Südostasiens!

Myanmar ist voller kultureller und landschaftlicher Höhepunkte. Das Land ist erst seit 2014 offen, und am 08. Nov. 2015 fanden die zweiten freien Wahlen statt. Nebenbei hat das Land 135 offiziell anerkannte Volksgruppen, das spricht doch schon dafür, dass es das vielfältigste Land Südostasiens ist.

ABER

Das macht die Reise nicht besonders leicht, da es noch in den Kinderschuhen des Tourismus steckt.

Die Alphabetisierungsrate bei Erwachsenen liegt bei 89,5 %. Es gibt große Unterschiede zwischen Stadt und Land sowie zwischen Frauen und Männern; die Bezahlung der Lehrer liegt etwa bei 100€ monatlich. Myanmar hinkt hinter allen anderen asiatischen Ländern einfach weit hinterher.  

In unserer Zeit in Myanmar hatten wir das große Glück, mit vielen Einheimischen ganz vorsichtig über Politik, Land und Leute reden zu können. So erfuhren wir, dass die Korruption insgesamt sehr hoch ist und sich durch alle Lebensbereiche zieht.

Das hört sich zwar schlimm an, aber die Menschen kämpfen einfach ums Überleben und suchen nach anderen Überlebensstrategien, da sie bei ihrem Hauptberuf eben höchsten 100€ verdienen. Das sieht dann wie folgt aus:

Die Frau muss sich auch eine Arbeit suchen, vielleicht sogar die Kinder. Mit einem Nebenjob “verdient man mehr”, also kassiert der Polizist schwarz, der Arzt im staatlichen Krankenhaus bietet dem Patienten Privatuntersuchung zuhause an und der Lehrer fordert die Schüler auf, bei ihm Privatunterricht zu nehmen. 

Es ist ein verdammter Teufelskreis, der uns in den 4 Wochen überall verfolgt hat. 

Niemand vertraut dem Staat, viele verlassen ihr zuhause und arbeiten im Ausland, wo sie dann als illegal Beschäftigte der Willkür der dortigen Regierung und den Arbeitgebern ausgesetzt sind. 

Davon wurden wir auch schon in Thailand bei einem Schiffsunglück Zeuge, denn die Burmesen wurden als Leichen nicht mal gezählt. Es ist die traurige Wahrheit dieses Landes und es ist wichtig, dass du vor einer möglichen Reise davon weißt.