Südafrika: Safari im Krüger Nationalpark

Es stürmte und regnete, als würde die Welt untergehen. Warum wir das hautnah mitbekamen? Weil wir von kleinen, aber regelmäßigen Wassertröpfchen um vier Uhr morgens geweckt wurden. Lars und ich sprangen auf und brachten alles in Sicherheit. Zum Glück hatten wir die Regenausrüstung mit im Gepäck. Naja, halb so schlimm, der Wecker sollte um 4:30 Uhr klingeln. Das Programm für uns an diesem Tag sah eine Safari im Krüger Nationalpark vor.

Kurz darauf saßen wir bereits, wenn auch noch etwas verschlafen, im offenen Safari-Jeep, der uns quer durch die dicht bewachsene Landschaft mit Büschen und Bäumen fuhr – ganz anders als in der trockenen und ebenerdigen Savanne, wie man sich so Afrika vorstellt.

Nach einer nassen und kalten 20-minütigen Fahrt während unserer Safari im Krüger Nationalpark rollten wir endlich durch das Gate. Der Safari Guide erzählte uns, dass es schon sehr lange nicht mehr geregnet habe und dass im letzten Monat im Norden des Parks 200 Hippos (Nilpferde) erschossen werden mussten, da sie ohne Wasser nicht leben können. Wenn sie sterben würden, würde das wenige, übrig gebliebene Wasser für die anderen Tiere verseucht werden. Das erste Mal in meinem Leben freute ich mich riesig über klatschnasse Wäsche, nasse Schuhe und eingeweichte Finger.

Eins steht fest: Der Krüger Nationalpark ist ein Muss in Südafrika und einer der bekanntesten und größten Wildschutzgebiete der Welt. Die meisten Touristen kommen hierher, um die Big Five zu sehen, werden dann aber oft enttäuscht, da der Krüger kein Streichelzoo ist, sondern eine Fläche von 19.485 km² (fast so groß wie Hessen) umfasst und man sich glücklich schätzen kann, wenn überhaupt zwei der Big Five gesichtet werden.

Die meisten Touristen sind mit der Kamera beschäftigt und dem Abhaken der Big Five. Sie übersehen dadurch die Schönheit der anderen Tiere. Wir nicht!

Die Mc Donald's im Krüger Nationalpark
Eine Giraffe beim Essen im Krüger Nationalpark
Affen ganz entspannt auf der Straße im Krüger Nationalpark
Ein etwas älterer Affe im Krüger Nationalpark
Kampf der Mc Donald's im Krüger Nationalpark

Oft waren wir den Freudentränen nah. Fasziniert beobachteten und staunten wir über das Verhalten der Tiere. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich schön! Ein Traum ging bei der Safari im Krüger Nationalpark für uns in Erfüllung. Auch Lars konnte seinen ersten Punkt auf der Bucketlist (die Big Five sehen) erfolgreich durchstreichen.

Elefantenherde kreuzt die Straße im Krüger Nationalpark
Elefanten Familie im Krüger Nationalpark
Nashorn beobachten
Büffelherde im Regen im Krüger Nationalpark

Am Abend saßen wir in unserem Backpacker Pub. Aufgeregt erzählten wir dem Sohn & der Managerin bei einem Glas Bier (oder auch zwei) von unseren Beobachtungen. Er merkte unser Interesse und erzählte uns alle Stories rund um den Krüger Nationalpark. Nathon, Mitte 20, ist ein ausgebildeter Ranger und hat diese Ausbildung innerhalb von drei Jahren abgeschlossen. Er lernte die Tierkunde, das Schießen, Tierspuren lesen… Anschließend war er acht Wochen im Park, zwei Wochen zuhause und wieder acht Wochen im Park und so weiter. In der Zeit im Park schläft er im Busch ohne jeglichen Außenkontakt zu seiner Familie, in unfassbarer Nähe zu den Nashörnern. Bereit, sein Leben für diese grauen Dickhäuter zu riskieren.

Nashorn beim Essen im Krüger Nationalpark

Besonders Nashörner und andere lebensbedrohte Arten beschützt er vor Wilderern. Ganz selbstverständlich zeigte Nathon auf ein Bild mit einem Nashorn: ”Dieses eine Nashorn-Leben ist mehr wert als dein, mein oder jedes andere Leben, denn diese Tiere machen unser Land zu dem, was es ist.” Vor der Reise hätte ich ihn als verrückt abgestempelt. Heute, nachdem ich so viel über diese Tiere gelernt, ihre Seltenheit erlebt habe, habe ich ihm ohne zu zögern und ohne dies in Frage zu stellen, zugestimmt.

Übernachten im Krüger Nationalpark

Nach langen, lustigen Stories platzte die Managerin mit der Frage heraus: “Warum schlaft ihr nicht eine Nacht im Park? Ich kenne eine wunderschöne Lodge mitten im Krügerpark, mitten im Wildlife.” – Ohne sich darüber Gedanken zu machen, dass wir bei ihr dann dadurch eine Nacht weniger schlafen oder sie Werbung für eine andere Unterkunft macht…

Natürlich wollten wir unbedingt eine Nacht im Park verbringen. (Ich kann mich noch gut an meine erste Nacht in der Wildnis zwischen den Tieren mit meiner Familie in Kenia erinnern und ich schwärmte.) Natürlich wollte Lars das auch erleben.

Gesagt, getan!
Am frühen Morgen fuhren wir in den Krüger, mit unserem eigenen Auto. Unglaublich, was dieses kleine Ding für Huppel-Strecken gepackt hat, auch wenn wir ein wenig zittrige Beine bekamen. 

Zebra Herde im Krüger Nationalpark

Nach einem erfolgreichen Tag braucht man ein richtiges Steak. Wir hatten unseren ersten Braai, bei uns BBQ – und es war super lecker. Lars hatte zwar Probleme, das Feuer anzumachen, aber so schnell konnten wir gar nicht schauen und zwei südafrikanische Gäste standen um unser Lagerfeuer und halfen uns, das Feuer anzumachen. Wir verbabbelten uns und grillten zusammen. Bis tief in die Nacht saßen wir am Lagerfeuer.

Lars beim Feuermachen am Abend

Kaputt fielen wir ins Bett. Als es ganz still um uns wurde, hörten wir die Geräusche der Wildnis. Löwengebrüll, das Lachen der Hyänen… Gänsehaut packte uns!

Wir ließen die Tür und die Fenster sperrangelweit offen, legten uns zusammen gekuschelt ins Bett und hörten den Geräuschen bis in die Morgenstunden zu. Unglaublich!

Unsere Unterkunft für eine Nacht im Krüger Nationalpark

Nach diesem spannenden Abenteuer ging es für uns weiter entlang der South Coast und etwas später trauten wir uns auch zur stürmischen Wild Coast. In Südafrika haben wir vieles erlebt, lese hier weiter.

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