Kambodscha Koh Rong Sanloem: Reisebericht und Tipps

Nach Kep, Kampot und Sihanoukville ging es für uns weiter. Koh Rong Sanloem ist eines der schönsten Ziele in Kambodscha. Weisser Sandstrand, kristallklares Wasser… Erfahre in diesem Blogbeitrag mehr über unser Abenteuer in Kambodscha. Du möchtest gerne noch mehr über Kambodscha erfahren? Dann kannst du gerne hier weiterlesen von Angkor Wat und Battambang.

Gerettet vom Fischerboot

Puderzuckerstrände und einsame Buchten warten auf unsere Entdeckung!

Von Sihanoukville ging es mit der Fähre vorbei an Koh Rong nach Koh Rong Sanloem. Am Pier angekommen, konnte ich meinen Augen nicht trauen: links und recht türkis klares Wasser, Fischschwärme ziehen an uns vorbei. Wir können bis auf den Grund schauen… Paradies?

Yes! Lars und ich sind direkt auf Wolke 7!

Straßen, Bankautomaten und WLAN – aber nicht auf dieser Insel. Ob hier dann tote Hose ist? Nein, in unserer Unterkunft “Mad Monkey” geht es zu wie bei Big Brother, nur mit mehr Teilnehmern. Es wird gefeiert, gechillt, getrunken und wieder gechillt. Um Mad Monkey ist weit und breit nichts außer Meer, Bars und kleinen Bambushüttchen, in der die “Teilnehmer” wohnen. 

Eindrücke über Koh Rong Sanloem

Wir wollten mehr sehen und zogen einfach los, ohne zu wissen, dass wir diesen Ausflug so schnell nicht mehr vergessen werden. Lars entschied “gehen wir rechts”. Es folgte eine halbe Stunde durch den Dschungel auf einem kleinen Pfad. Na toll, wir landeten im Nirgendwo. Aber aufgeben und wieder umkehren war für uns mal wieder keine Alternative.

Also ging es mit den Flip Flops auf die Steinfelsen; Geschicklichkeit und Parkour waren jetzt gefragt.. aus der Ferne sahen wir eine kleine Hütte, kurz darauf folgte ein Rascheln – ein komisches Bauchgefühl sagte mir: “Renn!” 3 Hunde wurden zu unseren größten Feinden. So schnell es ging sprangen wir von einen auf den anderen Felsen, die kläffenden Hunde dicht auf unseren Fersen und schon war es passiert. Lars rutschte aus und flog mit einem doppelten Salto (naja einem halben Salto) ins Wasser. Au, das tat weh! Lars schrie. Die Hunde hatten ihre Arbeit getan und liefen glücklich schwanzwedelnd zurück.

Nach 30 Minuten mit blutendem Fuß endete auch dieser Felsenweg. Was jetzt? Schwimmen bis zum anderen Ufer, das wir kaum sahen? Probieren können wir es ja mal. Wir packten unseren Rucksack clever ein, sodass die wichtigen Sachen nicht nass wurden. Die ersten 20 Minuten waren noch lustig mit dem Rucksack auf dem Kopf und dem Gefühl in einer Doku “ausgesetzt in der Wildnis” mitspielen zu dürfen. Aber dann hörte der Spaß auf und die Kraft ließ nach. Das Wechseln des Rucksacks wurde immer kürzer und der Weg immer länger. Vielleicht war das doch nicht so eine gute Idee.

Die Rettung naht

Ein kleines Fischerboot hatte uns entdeckt, die Gefahr gesehen und fing uns ein. Mit Händen und Füßen probierten wir unsere Dankbarkeit mitzuteilen. Vier Fischer und eine zierliche Frau lächelten uns mit einem breiten Grinsen an und dachten wahrscheinlich: diese “dummen” Backpacker. 

Nach dem Schock erholten wir uns am malerischen Postkarten-Strand und die Stunden vergingen wie im Flug. Den Gedanken, wie kommen wir verdammt nochmal zurück?, verdrängten wir. Als die letzten Sonnenstrahlen im Meer versanken, entschieden wir einen Bootsfahrer aufzusuchen, der uns nach Hause fahren sollte. Denn laufen? Never again. 

Leider war das nicht so einfach und mir fiel nach der 3. Absage der Einheimischen wieder die Fischerfamilie, die uns gerettet hatte, ein. Aber um dort hinzukommen, mussten wir wieder ein Stück schwimmen, dabei schnitt ich mich an den Korallen auf. (Das kostete mich einen Krankenhausaufenthalt und eine Woche Bettruhe, aber wenigstens war die Krankenversicherung nicht umsonst).

Die Fischerfrau winkte uns zu und lud uns in die Hütte ein. Ihre kleine 5 jährige Tochter konnte ein wenig Englisch und so unterhielten wir uns mit ihr. Der Vater der Kleinen war der Einzige, der das Boot fahren konnte, nur leider muss er abends immer fischen, sobald die Sonne unterging. Also mussten wir warten. Die Zeit verging aber wie im Flug. Ich half bei der Muschelarbeit und bekam sogar eine wertvolle Perle geschenkt. In einem ganz kleinen Glas teilten wir uns zu 4. einen Schnaps. Auch zum Essen wurden wir eingeladen und das, obwohl diese Familie wirklich kaum etwas besaß – die kleine Hütte mit den gefühlten 100 Katzen teilte die kleine Familie zu sechst. Unvorstellbar für uns. 

Nachts um 12 Uhr fuhr der Fischer uns zu unserem Hostel auf die andere Seite der Insel. Er kniff mich in die Seite und zeigte aufs Meer. Dann sah ich es. LICHTPLANKTON! Noch nie in meinem Leben habe ich so etwas Schönes gesehen. Das Meer fängt an zu leuchten, sobald du es bewegst. Wunderschön… Über uns 10000 Sterne und unter uns blinkte das Plankton, um uns herum schwarze Nacht und Stille.

Die nächsten 2 Tage erholten wir uns am Strand, feierten abends mit Gleichgesinnten und jeden Tag aufs Neue freuten wir uns, im Meer das Lichtplankton zu sehen. Und wenn es am Schönsten ist, muss man gehen.. so war das hier auch wieder der Fall. Also los zum nächsten Abenteuer!  

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