Kambodscha: Kep, Kampot und Sihanoukville

Kinder aus Kambodscha.

Neues Land, neues Abenteuer 

Nach unserer Reise in Vietnam und dem Urlaub in Phu Quoc ging es weiter nach Kambodscha. Das Land liegt zwischen Laos, Vietnam und Thailand und eignet sich daher perfekt für eine Länderkombination. Wir verraten dir unsere Reiserouten, Tipps…

Fakten zu Kambodscha:

Sprache: Khemer

Internetzugang: ein Drittel der Bevölkerung

Pro Kopf Einkommen pro Jahr: ca 1 000 US Dollar

Etwa 80% aller Kambodschaner sind 25 Jahre alt, nur 5,1% der Bevölkerung sind zwischen 55 und 64 Jahre alt und ca. 4% sind älter als 64. Das Land, das in den 70er Jahren wegen des barbarischen Paul Pott Regimes traurige Berühmtheit erlangte, ist immer noch traumatisiert. Sein Ziel: Kambodscha erneuern. Schon allein das Tragen einer Brille war ein Todesurteil, denn es sah intellektuell aus. Doch die junge Generation, die den Scheiß nicht mitbekommen hat, strahlt Zuversicht aus. 

KEP

Das kambodschanische Neujahrsfest verbrachten wir im Küstenort Kep, dem Badeort der Reichen und Schönen. Das Monaco von Kambodscha? Naja, das war es vielleicht mal in den 60er Jahren. An den Neujahrstagen war gefühlt jeder Mensch im Umkreis von 50km hier am Strand. Wir hatten zwar unsere Badesachen an, aber im Meer war kein Platz mehr für uns. Es war gerammelt voll. Auch die ganze Promenade war voll mit Familien, die unter Sonnenschirmen picknickten oder in der Hängematte die Feiertage genossen. Unter den 5 Strandduschen standen bestimmt 50 Menschen. Ich hatte das Gefühl, ich bin in Indien, und das, obwohl ich noch nie in Indien war. 

Die Menschen winkten uns freundlich zu, machten Fotos von uns und staunten über unsere helle Haut. Kulturschock? Jap definitiv, aber zum Glück nicht von langer Dauer. Denn es ist ja schon was Besonderes, die Kultur und die Menschen bei dem wichtigsten Fest des Jahres zu erleben. (Aus Sicherheitsgründen haben wir auf Fotos verzichtet.)

Übernachtet haben wir in einem Guesthouse direkt am Dschungel. Dementsprechend wurden wir in der Nacht von 1000 Moskitos und anderen Insekten überfallen und terrorisiert. Auch das mit dem Ventilator hat nicht so gepasst, wie wir es uns gewünscht hätten, auch mit der höchsten Stufe erreichte uns nur eine schwache Prise bei den 35 Grad im Zimmer. Naja, schlafen wird eh überbewertet.

Ein Markt mitten in Kambodscha.
Fischer in Kambodscha.
Lars beim Bummeln in Kambodscha.

KAMPOT

In Kampot haben wir in einem süßen Bambus Bungalow direkt am Kampot River eingecheckt. Morgens eine Abkühlung im schönen River, auch wenn wir nicht ganz genau wussten, was darin auf uns wartete. Riesige Wasserschlagen, Krokodile oder Nessi, die hier vielleicht ihren Sommerurlaub verbringt? Daher schmiss Lars zur Abschreckung der Wasserungeheuer immer eine Kokosnuss ins Wasser: unser Morgenritual im Paradies.

Am Abend lernten wir zwei ältere australische Hippis kennen. Am nächsten Morgen mieteten wir uns einen Roller und machten Kampot mit den beiden unsicher. Wir steuerten eine Pfeffer-, Salzfarm und eine Höhle an. Erledigt kamen wir im Dunkeln nach Hause. Nachtschwimmen war Pflicht, also rein ins kalte Wasser.

SIHANOUKVILLE

Puhh, Sihanoukville hat unserer Meinung nicht viel mit Kambodscha zu tun, hier ist der Tourismus im vollen Zuge angekommen. Hier kommen Partypeople her, Durchreisende (so wie wir) oder Männer, die ihren Spaß haben wollen. Uns hat diese Stadt nicht besonders angesprochen, trotzdem wurde es besser als gedacht. In einem Backpackerhostel im Center lernten wir schnell Andere kennen, mit denen wir auf eine Jungle Party gingen. Diese findet jeden Mittwoch statt und ist 1 Stunde Tuk Tuk-Fahrt entfernt. Total crazy, mitten im Nirgendwo. Natürlich wieder Techno. Hier gibt es eine Achterbahn, aber nur für Dekozwecke, ein Riesenrad (in dem ich Todesangst hatte, denn TÜV hier? Niemals!) und zu guter Letzt eine Motorradrennbahn. 

Nach einer langen Nacht und einen Tag später schauten wir uns müde und kaputt ein wenig die Stadt an: eine Bar nach der anderen, Restaurants und Touristen, bis das Auge reicht. In einem Restaurant lernten wir dann durch Zufall einen Mann kennen, der vor 15 Jahren hier ein Straßenkind sterben sah. Er wollte etwas bewegen und gründete eine Organisation. Mittlerweile hat er mehr als 15000 Straßenkinder gerettet, Kinder vor dem Sextourismus geschützt, Ausbildungen geschaffen und 3 Krankenhäuser gebaut. Wir hatten das große Glück, anschließend die geretteten Kinder, mittlerweile Jugendliche, zu treffen. 

Wir wussten im Vornherein, dass Kambodscha eines der ärmsten Länder der Welt ist und wir auch viele Straßenkinder und Bettler sehen werden, aber dass der Sextourismus so riesig ist, erschreckte uns jeden Tag aufs Neue! Ekelhafte Männer kommen hier her, um ihren Spaß an Frauen oder noch schlimmer an Kindern zu haben. Wir tauschten die Kontakte aus und Lars ging noch ein wenig mit den Jungs in einem der riesigen Casinos zocken. Ich legte mich ins Bett und überlegte, wie man diesem Land wohl helfen könnte…

Am nächsten Morgen ging es mit einer Fähre ca. eine Stunde nach Koh Rong Sanloem. Wir haben uns für die kleine, überschaubare Insel entschieden weil,

  • ab 12 Uhr keinen Strom mehr gibt
  • es keine Straßen und keinen Verkehr gibt 
  • sie eine einsame Insel ist
  • die wenigsten Touristen sich hierher verirren 
  • die Insel sauberer ist als die große 

So, mal schauen, was uns dort alles erwartet!

Was wir noch alles in Kambodscha erlebten? Lest selbst in unseren Beiträgen über Koh Rong Sanloem, Angkor Wat und Battambang und einer Fahrt mit dem Bambuszug.

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