Südafrika: Garden Route erkundigen

Die Garden Route in Südafrika erstreckt sich über Jaffreys Bay, den Plettenberg Bay mit einer tollen Aussicht im Lookout Restaurant, bis hin zu Mossel Bay. Du bist genauso wie wir ein Fan von Roadtrips? Dann lese hier von unseren Erfahrungen entlang der South und Wild Coast.

Die Garden Route erkundigen

Jeffreys Bay

Eine kleine süße Stadt voller Kinder, die entweder die Straßen mit den Skateboards unsicher machen oder auf den größten Wellen surfen. Eine City geprägt von der Marke “Billabong”. Hier war auch letztes Jahr die Surfweltmeisterschaft – könnt ihr euch noch an das Video erinnern, wo im Finale der Surfer vor einem Hai flüchtete? Jap, das war hier – das erklärt wahrscheinlich auch, warum wir nicht schwimmen gingen.

einheimisches Wandgemälde in Jeffreys Bay auf der Garden Route
Kinder auf der Halfpipe

Plettenberg Bay – die Garden Route erkundigen

Plettenberg Bay, ein Teil der Garden Route
Klettern an der Küste
Ein verlassener Strandabschnitt bei der Garden Route.

Ein Insider-Tipp während unserer Tour auf der Garden Route verriet uns, dass wir unbedingt im Lookout Restaurant Cocktails schlürfen sollen mit Blick aufs Meer, die Felsen und der untergehenden Sonne. Wir genossen die Aussicht bis … sich eine blonde, extrem aufgedrehte alte Lady ohne BH mit dem Schriftzug “Ass Hole” auf ihrer Cappy plus Freundin, vor uns an den Tisch setzte. Die beiden kicherten, erzählten sich aufgeregt Stories wie zwei kleine Teenager, von denen wir die Augen nicht fern halten konnten. Und sie tranken so viel, dass wir irgendwann aufhörten zu zählen.

“Jetzt sitze ich blöde Kuh hier und versaue dir die Sicht oder, Süße?”, fragte mich ein freundliches Gesicht. “Ja”, – nein, das hab ich natürlich nicht gesagt, sondern nur gedacht, und fing stattdessen einfach laut an zu lachen. Das war der Beginn einer der schönsten Erinnerungen in Südafrika. Im Laufe des Gesprächs erfuhren wir, dass Corinna, eine südafrikanische Künstlerin, 79 Jahre jung ist und Mac Africa, ihr Künstlername aus Los Angeles (googelt sie mal, es lohnt sich!) 69 Jahre alt ist. Es war einfach unglaublich, denn diese beiden waren so fit.

Ein unvergesslicher Abend auf unserer Reise entlang der Garden Route.

Es war einfach so lustig, dass wir nicht mitbekamen das wir nur noch die Einzigen im Restaurant waren und schon alles weggeräumt wurde. Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von diesen zwei coolen, lässigen Ladies. Corinna gab uns ihre Nummer: “Falls ihr Lust habt, könnt ihr ja einfach durchklingeln und wir machen was zusammen.”

Es hört sich sehr komisch an, wenn ich von zwei “Uromis” so schwärme, aber wir hatten den gleichen Humor, sodass wir die Generationen zwischen uns überhaupt nicht spürten. Besonders weil Corinna sehr viel in ihrem Leben gereist ist, unter anderem auch in Europa für ein Jahr mit vier kleinen Kindern und ohne Mann im Wohnwagen lebte. Naja, was soll ich über Mac Africa sagen? Sie ist einfach nur crazy, ein absolutes Partygirl, das in Los Angeles sehr angesagt ist. 

Am nächsten Abend klingelten wir kurz durch – in einer Hotelbar draußen direkt am Meer trafen wir uns. Wir babbelten und babbelten, bis eine Frau aus dem Fenster schrie: “Delfine, Delfine!” Schnell lenkte ich meinen Blick aufs Meer – das können doch unmöglich alles Delfine sein – das sind ja Hunderte! Aber mein Blick täuschte mich nicht. Das Meer wurde an der Oberfläche ganz dunkel und wirklich, man braucht nicht nach Delfinen suchen, die Schwanzflossen schauten einfach überall heraus. Sie surften in den Wellen und Lars und ich rannten natürlich direkt runter an die Felsen. Einfach ein mega geiles Gefühl. So viele frei lebende Delfine habe ich noch nie gesehen.

Anschließend lud uns Corinna zu sich nach Hause ein. In Plettenberg Bay fuhren wir auf dem Weg zu ihr durch das wohl schönste und teuerste Viertel der Stadt, wo sie ein Häuschen besitzt. Dort angekommen, konnten wir unseren Augen nicht trauen. Noch nie habe ich so einen schönen Ausblick von einem Haus gesehen: 360 Grad View. Egal, ob die Sonne auf- oder untergeht, auf dieser Dachterrasse bekommt man die Sonne immer. Vorne das Meer, hinten die Berge, mit den ganzen Villen und rechts der bekannte Berg, von dem man Wale, Delfine, Haie und ganz viele Robben beim Ausruhen beobachten kann. Ich saß gefühlte Stunden einfach da und konnte das alles gar nicht richtig realisieren…

Eine wundervolle Aussicht

Doch das Haus von innen toppte sogar noch die Aussicht. Die Einrichtung war einfach einmalig. Liebevoll, kreativ und persönlich. Das sie eine Künstlerin war, konnte sie jetzt nicht mehr abstreiten. Mac Africa legte coole Musik auf und war für unseren Alkoholkonsum zuständig. Corinna zauberte in der Zeit leckere Snacks, Vorspeisen und Pasta mit dem Gemüse aus ihrem Garten. Alle zusammen saßen wir an dem großen Küchentisch, auf dem gekocht, geschnippelt, getrunken und gelacht wurde. Total schön und leider unbeschreiblich. Im Kerzenschein aßen wir. Wir waren so beeindruckt, dass wir einfach nur lachten, zuhörten und den Abend bis zum nächsten Morgen genossen. Mal wieder versuchten wir alles einzusaugen.

Gemeinsames Kochen mit neuen Freunden

Knasya – auf der Garden Route

Knasya - Café
Lars beim Wäsche trocknen

Mossel Bay – eine besondere Unterkunft auf der Garden Route

Tüüüü Tüüüü, achtung, der Zug kommt.
Weiter auf der Garden Route: Wir leben in einem Zug. Unser Zimmer ist eine umgebaute Kabine mit zwei Betten, einem kleinen Tisch, wie man ihn aus der Bahn kennt, und zwei Fenstern mit einem wunderschönen Ausblick aufs Meer, das ca. 30 Meter von uns entfernt ist. Auf den Kontrolleur ist vergeblich zu warten; das hat die Rezeption zum Glück schon erledigt. Allerdings hat sich an den Toiletten und dem Bad nichts verändert. Richtig geil!

Wir schlafen in einem Zug- Abfahrtzeiten und Ankunftszeiten müssen nicht gecheckt werden, denn bei einem Erdrutsch vor ein paar Jahren ist der Zug einfach versickert und seitdem gibt es hier kein öffentliches Verkehrsmittel mehr. (Die gibt es hier fast eh nicht). Zwar wackelt es ein wenig, wenn ein “Passagier” den Flur entlangläuft, aber das wird einfach weggegrinst. Tolle Erfahrung!

Unsere Unterkunft
Der Blick aus dem Zimmer/Wagon

Auch hier haben wir wieder sehr coole Backpacker entlang der Garden Route kennengelernt. Jeden Tag lernt man neue, coole Gleichgesinnte kennen, manchmal ist es nur ein cooler Abend, ein gemeinsamer Trip und manchmal entwickeln sich Freundschaften daraus. Viele haben eine Weltreise schon hinter sich, sind gerade dabei oder spielen mit dem Gedanken auszuwandern, aber alle haben eins gemeinsam: Sie wollen Neues entdecken, daraus wachsen und ihren Horizont erweitern und das LEBEN nicht verpassen.